Wie viele Persönlichkeiten hast du?

Published On: September 2nd, 2021

Wir alle kennen es nur zu gut: Wir stecken in einem Problem fest und kommen nicht weiter. Es gibt kein Vor, kein Zurück und ein Hinaus schon gar nicht. Und in unserem Kopf dreht sich der Monkey Mind ohne Unterlass im Kreis und scheint sich in uns verbissen zu haben wie ein Chihuahua mit Überbiss in die nächstbeste Wade.

Als ich das letzte Mal in einer solchen Situation war, stellte ich fest: Ein Teil von mir wollte vorwärts, ein anderer wollte lieber stehen bleiben und sich hinterm Sofa verkriechen, ein weiterer fand offenbar, dass ignorieren die beste Strategie wäre, und ein sehr kleiner Teil (ich geb’s zu) hat sich überlegt, ob Gewalt vielleicht doch eine Lösung sein könnte, wogegen sich natürlich mein Love-&-Peace-Anteil mit einem heftigen Kopfschütteln zur Wehr setzte.

Woher kamen aber diese widersprüchlichen Anteile in mir? Es war fast so, als ob jeder von ihnen eine Persönlichkeit hätte und aktiv Einfluss auf mein Leben nehmen würde. Bei einer meiner Ausbildungen habe ich gelernt, dass jedes Gefühl einfach gefühlt werden möchte. Ich weiß, ich weiß, das hört sich jetzt nach esoterischem «Spür mich, fühl mich»-Gerede an. Aber wenn du weiterkommen willst, beziehungsweise zu dir selbst vordringen, musst du da durch. Und ich war wild dazu entschlossen, dies zu tun, denn bei aller Tierliebe: Monkey musste weg!

Also nahm ich eine meditative Haltung ein. Ruhig werden, gut durchatmen und spüren. Hmm … Es fühlte sich wirklich so an, als ob da verschiedene Persönlichkeiten heftig an ihren Strippen rüttelten, die an mir zu hängen schienen wie die Schnüre einer Marionette. Ich bekam Angst. Vielleicht war ich nicht normal und redete mir alles einfach schön?! Ach was, du bist normal. Stinknormal sogar, redete ich mir beruhigend zu. Dann erinnerte ich mich an den Satz: Alle Verrückten denken, sie seien normal. Na, bravo. Mist. Vielleicht litt ich ja unter einer Art MPS (Multiple Persönlichkeitsstörung), was so viel heißt wie: Du hast verschiedene Persönlichkeiten, die dir das Leben schwer machen. Am besten, ich liess dieses Gefühldings, das sich in der Zwischenzeit zur Büchse der Pandora hochstilisiert hatte, einfach in Ruhe und ignorierte es. Wieder Mist. Hatte ich ja schon probiert, und es hat nicht geklappt. Irgendwie kam ich nicht weiter. Und so beschloss ich, das zu tun, wovor ich mich in diesem Moment am meisten fürchtete: die Büchse zu öffnen und Pandora in die Augen zu sehen. Ich hatte schon vor längerem eine Methode für mich entwickelt, die mir in solchen Fällen immer sehr half, wenn es gefühlsmäßig zu kompliziert war oder ich einfach keinen Zugang hatte.

Doch als Erstes bat ich meine Engel, den Raum energetisch zu versiegeln, so dass nichts, was ich hier tat oder sagte, den Weg in die feinstoffliche Welt finden und somit mich oder jemand anderen verletzen könnte.

Ich atmete gut durch und ließ mich in das Gefühlschaos fallen. Es fühlte sich an wie ein Sturm, trotzdem hielt ich an meiner Intention fest: Ich gebe meine Kontrolle ab, dafür lässt mich mein Unterbewusstsein hinein.

Ich fing an, in einzelne Gefühle hineinzugehen: Was spüre ich, wo spüre ich es? Manchmal bekomme ich Bilder von meiner Seele und kann Zusammenhänge besser erkennen und somit verstehen. Ich empfinde es als eine Art Zwiebeltechnik für Gefühle. Und wie wir alle wissen, können Zwiebeln ganz schön brennen. Deshalb rate ich dir, immer Taschentücher in der Nähe zu haben. Ebenso etwas zu schreiben, wenn du wichtige Erkenntnisse oder Hinweise findest und sie nicht vergessen willst. Und ganz wichtig: ein gut gepolstertes Kissen, dem es nichts ausmacht, wenn du hineinschreist oder es verkloppst, denn wenn du das Bedürfnis hast, zu schimpfen oder dir den ganzen Schmerz aus dem Leib zu schreien: MACH’S!! Es ist so befreiend. Ich habe dabei oft gedacht: Mamma mia – Wahrscheinlich stopfen sich meine Engel gerade ihre Flügel in die Ohren, nur damit sie mir nicht zuhören müssen. Egal, wenn es um Psychohygiene geht, ist (fast) alles erlaubt.

Nachdem ich diese Prozedur hinter mich gebracht hatte und die Zwiebel zerlegt war, lagen sie also endlich vor mir: meine Gefühlsverursacher, die Resultate von Prägung und Veranlagung.

Mein Hippie-Anteil mit ganz viel Love and Peace im Herzen, der sich anfühlt wie eine leicht verpeilte Elfe, die sich an allem Einfachen erfreuen kann und die Natur über alles liebt. Sehr gut, jetzt verstehe ich auch das viele «Yuppie» und «Juhhe» in meinem Kopf und all die Glücksgefühle, wenn ich durch einen Wald spaziere. Die Elfe war entstanden, als ich beschlossen hatte, die kleinen Dinge des Lebens zu lieben und zu schätzen, um aus ihnen die ganz großen zu machen.

Dann fand ich ein Kind, das ängstlich und verletzlich war. Es brauchte viel Schutz und Geborgenheit. Es hat Angst vor Verlust und möchte am liebsten die Liebe, die es von anderen Menschen erhält, konservieren, in Gläser abfüllen und in die Vorratskammer packen. Ich betete bei dieser Entdeckung, dass ich nicht noch einen Vamp finden würde, den es nach Leidenschaft und Abenteuer dürstet. Denn sonst hätte ich mit dem Kind ein echtes Problem, und wir müssten bei der Vorratskammer anbauen. Dieses innere Kind hat übrigens jeder von uns.

Und hier mein Freund mit Hang zur Gewalt. Er ist da, um mich im Leben zu beschützen, wenn es zu heiklen Situationen kommt, wenn Dominanz und Kraft gefragt sind. Okay, gut zu wissen, nur falls ich mal in eine Schlägerei geraten sollte. :-) Er entstand, weil ich mich als Kind viel wehren musste.

Ich erspare dir das Aufzählen all meiner Anteile, die ich noch gefunden habe, bevor ich Gefahr laufe, dass du denkst: «Vielleicht leidet sie doch unter MPS.» Aber es war mir wichtig, dir aufzuzeigen, wie und weshalb so ein Gefühlschaos zustande kommen kann und dass das völlig normal ist. Und ganz wichtig: Du bist ihm nicht ausgeliefert, sondern hast Möglichkeiten, auf der Verstandes-, aber auch auf der Herzlinie das Chaos zu entschlüsseln.

Es lohnt sich IMMER für dich, dich selbst zu entdecken und somit zu verstehen. Geh auch Risiken ein, versuche es mit Humor, spring über Hürden. Finde deinen Weg des Entdeckens. Lass dich auch nicht davon abhalten, was andere darüber und somit über dich denken.

Auf deinem einzigartigen Weg wünsche ich dir Liebe, Licht und Frieden und das Bewusstsein, dass du nicht alleine bist! Fühl‘ dich umarmt, geliebt und gesegnet.

Susanna

Noch ein kleiner Nachtrag: Nein, ich leide nicht unter MPS. Wieso ich das weiß? Ganz einfach: Ich habe mich erkundigt. Nur so. Okay, sicherheitshalber …

MEINE PAKETE

YOUTUBE CHANNEL

JETZT ABONNIEREN

MEINE ANGEBOTE

Weitere Blogbeiträge